Meine Erfahrungen

mit Migräne

Nebel Migräne

Migräne

Alles, was Sie auf dieser Internetseite über Migräne lesen, ist von mir als Betroffene zusammengetragen. Ich habe keine medizinische Ausbildung und kann nur das wiedergeben, was ich mir selbst an Wissen über die Erkrankung angeeignet habe. Das Thema Migräne ist weit komplexer als ich es hier darstellen kann. Deshalb können diese Artikel nie einen Arztbesuch ersetzen!

Was ist Migräne?

 

„Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation steht Migräne an sechster Stelle der am schwersten behindernden Erkrankungen des Menschen. Pro Tag leiden rund eine Million Menschen allein in Deutschland an Migräneattacken. Davon sind 100.000 pro Tag bettlägerig. Weltweit sind über eine Milliarde Menschen betroffen.

Migräne bedingt sehr schwere pulsierende, pochende Kopfschmerzen. Körperliche Aktivität verstärkt die Schmerzen, so dass Patienten an das Bett gebunden sind. Sie können nicht am sozialen und beruflichen Leben teilnehmen. Die Attacken können von schwerer Übelkeit und unstillbaren Erbrechen begleitet werden. Licht-, Lärm- sowie eine generelle stark überhöhte Sinnesempfindlichkeit erschweren die Anfälle zusätzlich. Bei über 10% der Betroffenen können die Attacken von neurologischen Ausfällen wie schweren Sehstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstseinsstörungen eingeleitet werden. Schwerwiegende Komplikationen der Migräne schließen Schlaganfall, epileptische Anfälle sowie psychische Begleiterkrankungen ein. Allein in Deutschland werden pro Tag im Mittel von 8,3 Millionen Menschen Kopfschmerzmittel zur Behandlung von schweren Kopfschmerzen eingenommen“(www.schmerzklinik.de; Schmerzklink Kiel).

 

Migräne in der Schulmedizin

 

Im Sinne der Schulmedizin handelt es sich bei der Migräne um eine idiopathische (ohne erkennbare Ursache) organische Erkrankung des Gehirns. Migräne kann nicht organisch diagnostiziert werden, sondern wird anhand von Diagnosekriterien gemäß einer Klassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft erfragt.

 

 

Als Ursache der Migräne werden vor allem Gene verantwortlich gemacht. Sie gilt damit als unheilbar. Oder wie es Dr. Holle in ihrem Buch „Der Kopfschmerz-Kompass“ formuliert: „Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass es keine Heilung für die Migräne gibt. Mit der Veranlagung, Migräneattacken zu entwickeln, ist der Migränepatient auf die Welt gekommen und wird diese auch bis zum Lebensende behalten.“. Daraus schlussfolgernd wird viel Geld in die Erforschung spezieller Migränegene gesteckt und die Existenz einer speziellen Migränediät wird ausgeschlossen.

 

Des Weiteren wird nach chronischen und episodischen Migränen unterschieden. Die Unterscheidung wird dabei anhand der Anzahl der Schmerztage pro Monat getroffen. Leidet jemand an mehr als 15 Tagen pro Monat über mindestens 3 Monate hinweg unter Migräne, so spricht man von einer chronischen Migräne. Nicht alle Kopfschmerztage müssen dabei die Migränekriterien erfüllen, es reicht aus, wenn das bei 8 der insgesamt 15 Tage im Monat der Fall ist. Zu Beginn ihrer Erkrankung haben die meisten Patienten eine episodische Migräne. Bei einigen kommt es dann im Laufe der Zeit zu einer Chronifizierung der Beschwerden. Bis zu 1.5% der Bevölkerung leiden unter einer chronischen Migräne, wobei Frauen fast viermal so oft betroffen sind wie Männer. Bei bis zu 80% der Patienten mit chronischer Migräne bestehen zusätzliche psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Oftmals findet die Chronifizierung in Zusammenhang mit einem Medikamentenübergebrauch statt. Die kritische Einnahmefrequenz beträgt für Triptane 10 Einnahmetage, für normale Analgetika wie Paracetamol 15 Tage und für Kombinationspräparate mit Koffein 10 Tage pro Monat.

 

Zusammengefasst:

 

Migräne ist eine genetisch bedingte Reizverarbeitungsstörung des Gehirns.

Genetische Ursachen der Migräne werden angenommen und sie gilt somit als nicht heilbar. Es ist nur möglich, akute Migräneanfälle zu behandeln und bei häufigen Attacken eine wirksame Prophylaxe zu betreiben.

Migräne ist eine idiopathische (ohne erkennbare Ursache) Erkrankung, die Migräne ist ein primärer Kopfschmerz.

Die Folgerung dieser Definitionen ist, dass die Neurologie die verantwortliche medizinische Fachdisziplin ist.

Die Therapie der Migräne besteht aus mehreren Maßnahmen. Den wichtigsten Teil bilden nicht-medikamentöse Therapiemaßnahmen wie Änderung des Lebensstils, Sport und Entspannungsverfahren. Des Weiteren kommen je nach Schwere und Häufigkeit der Anfälle entweder Akut-Medikamente oder Prophylaxe-Medikamente zum Einsatz.

 

 

Warum eine gezielte Ernährung die Migränehäufigkeit reduzieren kann?

 

Viele Untersuchungen legen nahe, dass Migräne-Patienten ein Problem mit hochglykämischen Kohlenhydraten haben. Der glykämische Index (GI) ist eine Maßzahl für die Wirkung eines Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Ein hoher GI bedeutet, dass die im Lebensmittel enthaltenen Kohlenhydrate schnell verdaut werden und ins Blut gelangen, so dass der Blutzuckerspiegel schnell ansteigt. Der glykämische Index eines Lebensmittels wird ermittelt, in dem bei Testpersonen zwei Stunden nach einer Mahlzeit der Blutzuckerverlauf gemessen wird. Hierbei erhalten die Teilnehmer das Lebensmittel in der Menge, die genau 50 g Kohlenhydrate enthält. Nach der Mahlzeit wird der Blutzuckerspiegel regelmäßig gemessen und protokolliert. Es entsteht eine Blutzuckerkurve. Die Fläche unter der Blutzuckerkurve wird berechnet und in Beziehung zu der Fläche gesetzt, die sich nach der Aufnahme von 50 g Glukose ergibt. Ein GI von 80 besagt demnach, dass der Blutzuckeranstieg 80 Prozent des Anstiegs nach der Aufnahme von 50 g Glukose beträgt. Ein GI kleiner 50 wird als niedrig und ein GI größer 70 als hoch eingestuft. Die Messungen werden stets für mehrere Personen durchgeführt und dann gemittelt, da unterschiedliche Personen bei dem gleichen Lebensmittel unterschiedliche Blutzuckerreaktionen aufweisen können. Da sich der GI immer auf die Menge eines Lebensmittels bezieht, welches 50 g Kohlenhydrate enthält, ist der GI allein noch nicht sehr aussagekräftig. Um Portionsgrößen zu berücksichtigen, wurde die glykämische Last (GL) eingeführt. Zur Berechnung der GL wird der GI mit der Kohlenhydratmenge einer Portion multipliziert. Eine Banane hat einen GI von 52. Eine Portion von 125 g liefert 25 g verwertbare Kohlenhydrate. GL = 0,52 x 25 g = 13. Als niedrig gilt eine GL, wenn sie unter 10 liegt. Von einer hohen GL spricht man bei Werten über 20.

Wegen der bereits erwähnten verringerten Insulinsensitivität bei Migräne-Patienten empfiehlt sich für diese unmittelbar eine Diät, in der nur Kohlenhydrate mit ausreichend niedriger GL zugelassen sind. Beispiele hierfür sind die LOGI (Low Glycemic Index) und die GLYX (Glykämischer Index)-Diät. Für einige Migräniker wird ein Verzicht auf Zucker und Weißmehl und eine Umstellung auf ballaststoffreichere und damit niedrig glykämische Lebensmittel ausreichend sein, für andere Betroffene ist aber der Kohlenhydratanteil dieser Speisen noch viel zu hoch. Führt eine Diät mit niedriger GL nicht zu einer Verbesserung der Migräne, dann sollte die Kohlenhydratzufuhr schrittweise weiter reduziert werden.

 

Low Carb High Fat Diät

 

Bei Low Carb-Diäten wie etwa der Lutz-oder der ketogenen Diät werden Kohlenhydrate auf ein tägliches Limit reduziert. Bei der Lutz-Diät sind es 72 g (entspricht 6 BE) und bei der ketogenen Diät liegt die Schwelle bei 20 bis 30 g Kohlenhydraten. Erwähnenswert ist der fundamentale Unterschied zwischen einer Low Glycemic Index Diät und einer Low Carb-Diät, welche die Kohlenhydratzufuhr stark einschränkt. Erstgenannte haben primär das Ziel, den Blutzuckerspiegel nicht zu stark schwanken zu lassen. Sie ähneln damit den Empfehlungen der Schulmediziner für Migräniker regelmäßig zu essen und keine Mahlzeiten auszulassen. Hier geht es also darum, den Kohlenhydratstoffwechsel zu optimieren. Strenge Low Carb-Diäten führen zu einer fundamentalen Stoffwechselumstellung, indem sie den Fettstoffwechsel (re-) aktivieren.

 

Man geht davon aus, dass eine wesentliche Ursache zerebraler Energiekrisen die fehlende Bereitschaft des Gehirns zur Nutzung von Ketonkörpern (Ketolyse) in Energiemangelsituationen ist und damit die zu einseitige Ausrichtung auf den in der Zuführung instabilen Brennstoff Glukose. Diese Fähigkeit wird durch die heute übliche kalorien- und kohlenhydratreiche Ernährungsweise ohne Phasen längerer Nahrungskarenz unterbunden.

 

Bei einer Umstellung auf eine stark kohlenhydratreduzierte Ernährungsform bekommt das Gehirn zu wenig Glukose und muss folglich auf Ketonkörper aus Fetten zurückgreifen. Die Phase der Adaption (in der die benötigten Enzyme in der ausreichenden Menge gebildet werden), die je nach körperlicher Konstitution und bisheriger Ernährungsweise von wenigen Tagen bis einigen Wochen dauern kann, geht oft mit Schwäche, Kopfschmerzen und mangelnder Konzentration einher.

 

Vor allem bei Migränikern, die oftmals bereits erschöpft sind und Personen, die sich bisher sehr kohlenhydratlastig ernährt haben und keine längere Nahrungskarenz kennen, ist auf Folgendes zu achten:

 

  • Die Umstellung auf eine kohlenhydratarme Ernährung sollte schrittweise erfolgen, um den Körper nicht unnötig zu belasten.
  • Die weggelassenen Kohlenhydrate sollten durch gesunde Fette ersetzt werden.
  • Fette müssen unter Umständen erst eingeschlichen werden.
  • Zur Erhöhung der Ketonkörperbereitstellung bieten sich vor allem Fette mit mittelkettigen Fettsäuren wie Kokosöl an (auch hier gilt: einschleichen).
  • Die Proteinmenge sollte auf einem moderaten Niveau von 0,8 bis 1,2 g pro kg Körpergewicht gehalten werden, u.a. um den Säure-Basen-Haushalt nicht zu belasten.

 

Kohlenhydratarme Diäten versprechen hinsichtlich der Migräneprophylaxe einige Vorteile:

 

  • Richtig durchgeführt, sind sie in der Lage, Hypoglykämien deutlich zu verbessern. Sie sind die beste Therapie bei häufigen Unterzuckerungen.
  • Durch die fehlenden Unterzuckerungen werden regelmäßige sympathische Überreaktionen mit massiver Adrenalin-Ausschüttung und der körperlichen Aktivierung vermieden, was eine deutliche Stressreduktion zur Folge haben kann.
  • Durch den hohen Fettanteil in der Nahrung wird die Produktion von Hormonen angeregt, was zu einer Stabilisierung und Erholung der Hormonlage und einer Erhöhung der Widerstandskräfte des Körpers insgesamt führen kann. So ist Cholesterin Ausgangsstoff zahlreicher lebensnotwendiger Hormone.
  • Durch den niedrigen Kohlenhydratanteil in der Nahrung wird die Serotonin-Produktion im Gehirn nicht zu sehr angeheizt. Des Weiteren bleibt die Energiezufuhr für das Gehirn stets relativ konstant. Dies könnte auch zur Senkung der Erregung des Gehirns führen, ein Umstand, der auch bei ADHS-Erkrankungen beobachtet wird.
  • Durch den Zustand der Ketose kann das Gehirn nachhaltig beruhigt werden, wie vor allem Erfahrungen mit Epileptikern zeigen.

 

Die Anwendung einer Diät mit einer niedrigen Zufuhr an Kohlenhydraten sollte unbedingt vor allem bei Autoimmunkrankheiten, Stoffwechselstörungen oder Medikamenteneinnahme mit einem Arzt abgesprochen werden.

 

Weitere Theorien zur Entstehung von Migräne

 

Es gibt noch weitere Theorien zur Entstehung von Migräne. Eine ausführliche Betrachtung würde den Rahmen sprengen, so dass hier nur kurz auf das Thema eingegangen wird.

 

Als eine mögliche Ursache wird ein Leaky Gut mit einer einhergehenden Glutensensitivität diskutiert. Bei einer vermuteten Glutensensitivität sollten für zwei Wochen glutenhaltige Nahrungsmittel weggelassen werden. Besteht tatsächlich eine Unverträglichkeit, dann zeigt sich schnell eine Besserung.

 

Als weitere mögliche Ursache wird die erworbene Mitochondriopathie diskutiert, wobei unklar ist, ob die im Verlauf des Lebens erworbene Störung der Funktion der Mitochondrien am Anfang einer Erkrankung steht oder erst durch die Erkrankung selbst entsteht (www.wikipedia.org, Mitochondriopathie), so z.B. als Folge des chronischen Stresses aufgrund ständiger Blutzuckerschwankungen bei Migräne.

 

Den hier aufgeführten Theorien ist gemein, dass sie sich durch eine kohlenhydratarme Ernährung gut behandeln lassen.

 

 

Literatur:

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. www.dmkg.de

Göbel, H. (2003). -3. Auflage- Kursbuch Migräne. südwest Verlag

Holle, D. (2015). Der Kopfschmerz-Kompass. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München

Lutz, W. (1977). -6. überarbeitete Auflage- Leben ohne Brot. Selecta Verlag, Planegg

Mersch, P. (2006). Migräne – Heilung ist möglich.Books on Demand GmbH, Norderstedt

Rainero, I. et al. (2005). Insulin sensitivity is impaired in patients with migraine.Cephalalgia, 2005, volume 25 – issue 8

Schmerzklinik Kiel. www.schmerzklinik.de

Anne Goldhammer-Michl

ist seit jeher begeisterte Esserin, ausgebildete Ernährungsberaterin, gelernte Köchin, Diplom-Statistikerin mit Nebenfach Psychologie und immer offen für neue Geschmacksrichtungen.

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